Mit Erasmus+ ein Schuljahr nach Spanien
Im Rahmen des Erasmus+-Programms verbringe ich dieses Schuljahr an einer Schule in Spanien. Meine Gastschule ist das Colegio San José in Villafranca de los Barros. Unter der Woche leben fast alle Schüler im schuleigenen Internat. Jeweils zwei teilen sich ein Zimmer. An den Wochenenden fahren die meisten nach Hause. Nur die spanischen Schüler, die weiter entfernt wohnen, und die ausländischen Schüler bleiben auch am Wochenende im Internat.
Als ich im September ankam, wurde ich sehr freundlich empfangen. Ich teile mein Zimmer mit einer spanischen Mitschülerin, die mir sehr geholfen hat, mich schnell einzuleben. Die ersten Wochen waren allerdings anstrengend, da ich mich zunächst an den strengen und langen Schulalltag gewöhnen musste. Der Schulalltag und das Leben im Internat sind klar geregelt. Der Unterricht beginnt um 8:30 Uhr und endet um 17:00 Uhr, freitags bereits um 15:00 Uhr. Es ist üblich, vor Unterrichtsbeginn hinter dem Stuhl stehend auf den Lehrer zu warten. Während und zwischen den Unterrichtsstunden dürfen wir das Klassenzimmer nicht verlassen. Trotz der strengen Regeln sind die meisten Lehrer sehr freundlich und hilfsbereit.
Auch das Internatsleben folgt einer festen Struktur. Nach dem Unterricht gibt es eine kleine Stärkung. Um 18:30 Uhr beginnt die erste Lernzeit, die bis zum Abendessen um 20:30 Uhr dauert. Danach gibt es eine weitere Lernzeit von 21:30 Uhr bis 22:30 Uhr und um 23:00 Uhr ist Nachtruhe. An den Wochenenden unternehmen wir Ausflüge.
Zu Beginn meines Aufenthalts fiel es mir schwer, dem Unterricht auf Spanisch zu folgen. Auch die Gespräche meiner Mitschüler zu verstehen, bereitete mir anfangs Schwierigkeiten. Doch ich habe schnell Fortschritte gemacht und kann dem Unterricht inzwischen gut folgen und mich mit meinen Mitschülern unterhalten.
Besonders beeindruckt hat mich das Schulfest im Dezember stattfand. An diesem Wochenende kommen die Familien aller Schüler zusammen, um gemeinsam zu feiern. Zunächst wird ein Gottesdienst gefeiert, anschließend folgen eine Theateraufführung und ein Konzert. Danach wird bis spät in die Nacht gefeiert. Zu den schönsten Erlebnissen zählten bisher die Pilgerfahrt nach Guadalupe und ein Wanderwochenende in den Bergen.
In den ersten Monaten habe ich viele neue Freundschaften mit Schülern aus Spanien, Irland und Frankreich geschlossen. Natürlich gab es auch schwierige Momente. Besonders am Anfang hatte ich etwas Heimweh. Doch dank meiner Freunde sowie der netten Lehrer und Betreuer fühle ich mich hier insgesamt sehr wohl. Dieses halbe Jahr hat mich selbstständiger und selbstbewusster gemacht. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und Herausforderungen eigenständig zu bewältigen. Im zweiten Halbjahr freue ich mich besonders darauf, meine Spanischkenntnisse weiter zu verbessern und noch viele neue Ausflüge zu unternehmen.
Charlotte Seelig